DIE SWANEN
Die größte Volksgruppe Swanetiens sind die Swanen. Sie sprechen eine eigene Sprache, namens Svanuri, die der Gruppe der georgischen Sprachen angehört. Swanetien ist einer der charmantesten und attraktivsten Plätze des multiethnischen Georgiens.
Die Swanen, sowie alle georgischen Bergvölker, haben ihren Lebensstil sehr gut an die rauen Bedingungen angepasst. Das hohe Risiko durch häufige Lawinen, Murenabgänge und reißende Ströme, Erdrutsche, sich plötzlich verändernde Wetterbedingungen und die strengen Winter verlangen von der Bevölkerung große Ausdauer, Kraftanstrengungen und Sachkenntnisse. Die angewendeten Kenntnisse und verwendeten Werkzeuge der Bergbewohner bei ihrer täglichen Arbeit sind einfach aber praktisch. Es ist ein eindrucksvolles Erlebnis einen Bewohner dabei zu beobachten, wie er riesige Holzklötze oder Heuhaufen durch die gekrümten Steilhänge gleiten lässt oder einen Jäger auf der Jagd durch die Berge zu begleiten. Es ist also keine Überraschung, dass Swanetien bekannt für seine weltberühmten Bergsteiger und Alpinführer ist. Der beste Beweis dafür ist Mikheil Khergiani!
Mikheil (Misha) Khergiani (1932-1969), georgischer Alpinist -sowjetischer Meister verschiedener Sportarten (1963), Sieger für die UdSSR bei internationalen Wettbewerben(1967), dreimaliger sowjetischer Meister im Alpinismus und siebenmaliger Gewinner der UdSSR im Wandklettern- ist ein vollkommener Meister des Berg- und Felskletterns. Er war einer der populärsten Sportler in der ehemaligen Sowjetunion und auch außerhalb ihrer Grenzen bekannt. Im Jahr 1969 benannte man eine der bis dahin namenlosen Spitzen in der Turkestanreihe nach Mikheil Khergiani. Zum Gedenken an Khergiani wurde 1971 ein spezieller Khergianiturnierpreis für das Besteigen einer Kletterwand eingeführt, 1976 das Khergiani Gedenkturnier im Wandklettern gegründet und 1978 der neuentdeckte Planet Nr. 3234 unseres Sonnensystems nach ihm benannt. Mikheil Khergianis Hausmuseum in der Stadt Mestia ist seiner Lebensgeschichte gewidmet.
Die Bewohner der georgischen Bergregionen haben seit jeher die Kaukasuspässe für Reisen und den Transport genutzt. Sie standen mit umliegenden und weiter entfernteren Gebieten in Kontakt.
Das bemerkenswerteste Beispiel für eine dieser Reisen durch die Kaukasuspässe ist die Emigration des georgischen Königs Vakhtang VI. mit seinem 1200 Mann starken Gefolge nach Russland im Jahre 1724. Ihr Weg führte vom Notsaruliengpass, über den Gurdzi-Vtseki-Bergpass(3400 Meter) und den Pastagi Gletscher bis zu den Digoria-Bergen. Diese Strecke ist eine der schwierigsten Reiserouten der Bergsteigertouren.
Erwähnenswert ist weiterhin auch die, sich auf 4100 Metern auf dem Hang vom Mkinvartsveri befindliche, Höhle von Bethlehem. Sie ist das älteste Denkmal des Christentums, in dem Einsiedler lebten.
Viele georgische Volkslegenden und Märchen erzählen von Menschen, die die Berge in früheren Zeiten bestiegen. Nach einigen dieser Legenden ist im 17. Jahrhundert ein Priester namens Joseb Mokheve sogar den Mkinvartsveri (5033 Meter) hinaufgeklettert.
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