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Von den Anfangen der historisch-wissenschaftlichen Erforschung des Kaukasus

Die Einstellungen der Menschen gegenüber den Bergen unterlagen in der Vergangenheit einem Wandel. In der Antike umgaben Mythen und Legenden die Berge, die oft als Wohnsitz der Götter galten, wie z. B. der Berg Olympos in Griechenland, der Berg Sinai in Israel und der Berg Kailash in Tibet. Die Menschen hatten deshalb Respekt und Furcht vor den Bergen. So behaupteten die Swanen, dass Gott es verboten habe den Berg Ushba zu besteigen, und dass er diejeningen, die das Verbot mißachteten, furchtbar bestrafen würde. Dies schreckte jedoch jene Männer, die sich vorgenommen hatten, die höchsten Berge zu besteigen, nicht ab.

Später entwickelten Naturwissenschaftler ein großes Interesse an den Bergen des Südkaukasus. Man bezeichnet diese ersten Bergforscher als Alpinisten, unter ihnen waren z.B. der Jäger Jacques Balmat und Michel Paccard von Chamonix, ein junger französischer Arzt. Sie wurden im Jahre 1785 von dem weltberühmten Wissenschaftler Horace-Benedict de Saussure dazu angesport den Mont Blanc zu erklimmen. Im darauffolgenden Jahr kletterte Saussure selbst auf den Gipfel des Mount Blanc, und konnte dabei, mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung, seine wissenschaftliche Ausrüstung mitnehmen. Als man begann die Gebirge und Gletscher wissenschaftlich zu erforschen, waren zwei neue Wissenschaftszweige geboren: die Glaziologie oder Gletscherkunde und der Alpinismus, der zunächst lediglich der Erforschung der Berge diente, sich ab Anfang des 19. Jahrhunderts aber zu einer eigenen Sportart entwickelte. Daran waren maßgeblich einige Abenteuerer beteiligt, die zugleich auch Forscher waren und die Arbeit mit dem Vergnügen verbinden wollten. Die bekanntesten unter diesen abenteuerlustigen Forschern waren ein schottischer Wissenschaftler namens James Fobbs, der Schweizer Jean Louis Agassiz und der erfolgreiche englische Unternehmer und Forscher Francis Tucket. Letzterer verbrachte achtzehn Sommer in den Alpen, erstieg 160 Gipfel und 370 Gebirgsketten, wobei er immer unterschiedliche wissenschaftliche Instrumente, von denen er die meisten selbst hergestellt hatte, bei sich trug.

Zwei der ersten Wissenschaftler, die sich für den Kaukasus und insbesondere für das georgische Gebirgssystem interessierten, waren der deutsche Geologe Herman Abiss und der Präsident der englischen Königlichen Geografischen Gesellschaft, Herr Douglas William Freshfield. Hermann Abiss erstellte 1850 als Erster eine Übersicht über die georgische Gebirgswelt. Freshfield bestieg 1868 als erster Bergsteiger die Spitze des Mkinvartsveri und die Ostspitze des Elbrus, sowie im Jahre 1896 den Tetnuld. Im selben Jahr veröffentlichte er in London sein zweibändiges Buch „Die Erforschung des Kaukasus".

Der Kaukasus wurde schnell zu einem beliebten Forschungsgebiet. 1888 erstieg der englische Forscher J. G. Cockin als erster Bergsteiger die rauhe Südspitze des Ushba. Der Ungar Deak veröffentlichte zwischen 1905 und 1907 in Berlin seine Trilogie „Kaukasus“ und der Engländer Murmer verfasste zahlreiche Studien und das Buch „Mein Weg über die Alpen und den Kaukasus“. Dieses wurde im Jahre 1903 sogar ins Französische übersetzt.

Erwähnenswert ist außerdem die zweiteilige, von Geographen und Topographen hoch geschätzte, Forschungsarbeit des deutschen Naturforschers und Bergsteigers Gottfried Merzbacher, die unter dem Titel „Aus den Hochregionen des Kaukasus“ 1901 veröffentlicht wurde. Merzbacher leitete 1891 einige Expeditionen in den Zentral- und Ostkaukasus, bei denen er mehrere Gipfel, z.B. den Elbrus, den Kazbeg, den Dongusorun und den Totnuld, bestieg.

Manch einer dieser Forscher wurde im Kaukasus verewigt, so benannte man beispielsweise eine Wanderroute nach dem berühmten deutschen Alpinisten Adolf Schultze. Damit sollte an seine Leistungen beim Erklimmen des nördlichen Ushba erinnert werden, denn seine Gruppe war die erste, die diese Meisterleistung vollbrachte. Der Weg, den sie dabei genommen hatten, trägt heute seinen Namen.

Ein weiterer großer Beitrag zur Erforschung des Kaukasus wurde von dem berühmten italienischen Bergsteiger, Forscher und Photographen Vittorio Sella geleistet. Er besuchte dreimal den zentralen Teil des Kaukasus (1889, 1890, 1896) und bestieg dabei auch, neben anderen Gipfeln, eine der schwierigsten Gebirgsketten - die vom Mkinvartsveri zum Berg Elbrus. Auf seinen Touren fotografierte er die Landschaften von Swanetien, Ratcha und Khevi und deren historische Dörfer und archäologische Denkmäler, und er beschrieb den Lebensstil, die Traditionen und Rituale der Menschen. Er war der erste dokumentarische Fotograf des Kaukasus und hinterließ über 400 Fotonegative mit sehr wichtigen Beschreibungen und Anmerkungen.

Neben ausländischen Forschern trugen auch russische und georgische Wissenschaftler erheblich zur Erforschung der kaukasischen Gebirgsregionen bei. Sie studierten die Hypsometrie und Geländeeigenschaften, die schneebedeckten und eisigen Massive, die Hydrologie, die Botanik der alpinen Zone, die Grubenablagerungen und die Ethnokultur und befassten sich auch mit den Perspektiven für eine touristische Erschließung des Gebietes.

1923 leitete Professor Giorgi Nikoladze die erste Tourismus- und Bergsteigerbewegung in der ehemaligen Sowjetunion. Giorgi Nikoladze (1888-1931), Professor an der Tbilissi Universität, war einer der berühmtesten Vertreter der georgischen Schule der Mathematik und Leiter der Eisenlegierungsindustrie in Georgien. Er war maßgeblich an der Organisation und Entwicklung der georgischen Fachsprache in den Bereichen Sport, Mathematik und Technik beteiligt. Er gründete den Sportverein "Shevardeni“ und leitete die Abteilung „Tourismus und Bergsteigen“ in der georgischen-geographischen Gesellschaft. Man benannte den Zestafoni Betrieb der Eisenlegierungen, sowie die höchste Spitze im Pamir auf der Kashgar-Strecke nach ihm.

In der Sowjetunion war Swanetien ein beliebtes touristisches Gebiet. Es gab verschiedene Wanderrouten, die über die wunderschönen Gebirgsketten zumeist nach Norden hin, in Richtung Russland, führten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und in Folge der angespannten politischen Beziehungen wurden die meisten dieser Routen unbenutzbar. Die gesamte Infrastruktur die auf den Massentourismus ausgerichtet war, also zum Beispiel Lagerplätze, Bergcamps, Hotels und Hütten, wurde durch das Ausbleiben der Touristen vernachlässigt und verfiel. Seit einigen Jahren entstehen stattdessen nach und nach kleine Familiebetriebe, die sich mit dem Tourismusgeschäft befassen, wie beispielsweise kleine Hotels und Gästehäuser.




D.W. Freshfield

A.F. Mamer


Vittorio Sella


Besarion Nizharadze, ein berühmter Wissenschaftler des 21. Jahrhunderts,er erforschte die Swanische Geschichte, Volkskunde und Völkerbeschreibung

Egnate Gabliani (1881-1937), Aufklärer und Führer Swanetiens. Er bemühte sich um den Erhalt der historischen Denkmäler Swanetiens, gründete das Swanische Museum und war dessen erster Direktor. Er hatte an der St. Petersburger Universität, Abteilung für Östliche Studien, graduiert, und widmete sich zudem der breiten Berichterstattung über Probleme Swanetiens in Zeitungen und Zeitschriften. Er war der Autor mehrerer Bücher, darunter die Studie "Freies Swanetien" (1927), die aus historischen ethnographischen Materialien besteht. Gabliani war außerdem einer der Initiatoren der Straßenverbindung Zugdidi-Mestia, sowie des Flughafens von Mestia.


Die erste wissenschaftliche Entdeckungsreise in
den Kaukasus organisiert von Prof. A. Didebulidze
im Jahre 1923


Iago Kazalikashvili und Nikolai Vavilov mehr...


Makrine Kurdiani - Vermieterin von "Ushba"
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Giorgi Nikoladze (1888-1931)
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